Mitten in Berlin kann man das Stralauer Quartier entdecken, das auf eine lange “Berliner Geschichte” zurückblicken kann. Zwischen Kreuzberg und dem belebten Teil Friedrichshains gelegen, findet sich hier eine eigene Atmosphäre. Ruhige, unspektakuläre Wohnstraßen, viel Grün, die sanierte Oberbaum City, die Spree mit dem Osthafen, die Stralauer Halbinsel, Gleise und Industrieromantik.
Nach dem Wegfall der großen Industriestandorte in den 90er Jahren wurde es ruhig im Quartier. Heute siedeln sich wieder innovative Firmen an. Im Kiez finden Berliner, die Innenstadtnähe mögen, bezahlbare Wohnungen. Studenten pendeln nach Kreuzberg und Friedrichshain, auf der Insel wohnen Familien in modernen Häusern mit dem Spreeuferweg vor der Nase.
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Die lange Geschichte der Halbinsel Stralau
Bereits die Menschen in der Steinzeit wussten die günstige Lage der Halbinsel in der Spree zu schätzen. Von Sümpfen und Wasser umgeben bot Stralau mit seinen reichen Fischgründen einen geschützten Lebensraum.
Die Fischerei war es auch, die später das Dorf Stralau weit über seine Grenzen hinaus bekannt machte. Das Volksfest “Stralauer Fischzug” entwickelte sich zum Publikumsmagneten für das Berliner Volk und den preußischen Adel. Reiche Berliner erbauten ihre Sommerresidenzen auf der Halbinsel.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Stralau zur Wiege des Deutschen Wassersports. Sommerfrischler und Ausflügler nutzten die günstige Lage an Spree und Rummelsburger See. Sie gründeten Sportvereine und richteten Regatten aus.
In Stralau machte der Fortschritt jedoch nicht halt. Die Industrie eroberte die Idylle und wandelte das Gesicht Stralaus. Stadtbahn und Ringbahn brachten täglich Tausende von Arbeitern in die neu entstandenen Fabriken. Schließlich wurde mit dem Spreetunnel und der Tunnelbahn die erste Untergrundbahn Deutschlands in Betrieb genommen.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Stralau noch ein bedeutender Industriestandort. Heute sieht man nur noch Reste der großen Anlagen – auf Stralau ist wieder beschauliche Ruhe eingekehrt.
Bis heute? 2008: mit allen Mitteln gegen die Bagger – ein beinahe jämmerliches Bild, das sich bietet. Blattlose Zweige hängen in die schmutzige Spree, grauer Himmel mischt sich mit Rauchschwaden vom Schiffsmotor. Beißender Benzingeruch hängt in der Luft. Ein Bagger greift vom Schiff aus mit seinem Arm auf das Ufer rüber. Hier soll ein Uferwanderweg entstehen. Verloren steht Michael Stalherm in seinem Garten in Alt-Stralau und sieht sich die Arbeiten mit ernstem Gesicht an:
„Das ist mein Grundstück, das sich mit willkürlicher Gewalt angeeignet wird.“ Die Wasserstadt GmbH, die im Auftrag des Landes die Arbeiten durchführen lässt, sieht das jedoch anders. Wir bauen auf unserem Eigentum
, sagt Herbert Helle von der Wasserstadt. Mehr dazu »
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